META – Gründer

Der Kopf dahinter: Ulrich Meyer

Wie META auf die Welt kam

Es war ein Angebot, das man nicht ausschlagen kann; es kommt nur einmal im Leben, und dann muss man zugreifen. Mich, den langjährigen RTLer der (fast) ersten Stunde, „Explosiv“-Redaktionsleiter und „Heißer Stuhl“-Moderator, hatte Sat.1 im September 1991 gefragt, ob für mich ein Wechsel vorstellbar sei. Was ich senden würde, könnte ich mir selbst aussuchen. Eine Carte blanche – untermauert durch eine Summe, die mich intensiv zum Nachdenken brachte. Und da mein ganzes Leben – auch privat – gerade eine vollständige Umorientierung erlebte, rang ich mich durch zu dem Entschluss, zu springen und nach Berlin zu gehen.


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Blieb eine emotionale Klippe: Bei den damals sehr sparsam ausgestatteten RTLern war ich vom Fernsehnovizen in Luxemburg aufgestiegen bis in die Chefredaktion in Köln; Gegner Nummer 1 war Sat.1, das zu jener Zeit finanziell schier übermächtig schien. Und so hatte ich echte Probleme, mich, von den „poor kids“ kommend, so einfach auf die Seite der „rich kids“ zu schlagen. Die damaligen Sat.1-Chefs – gebildete Leute mit großer Menschenkenntnis – verstanden mein Dilemma. Und sie stifteten den entscheidenden Gedanken: Wenn ich schon nicht in die Chefetage von Sat.1 einchecken wollte, so sollte ich mich doch ganz einfach als TV-Produzent selbständig machen. Und von außen anliefern, was Sat.1 von mir haben wollte. So entdeckte ich überrascht den Unternehmer in mir.

Fehlte nun noch ein Unternehmensname. Ich verknüpfte meine Leidenschaften für alte („tote“) Sprachen und Rennsport, blätterte in einem Fachlexikon und fand unter dem Stichwort „Circus Maximus“ das Wort meta. So hießen die Wendemarken in der damals größten Sportstätte der Welt, in der – bekannt aus „Ben Hur“ – auch Wagenrennen stattfanden. Das schien mir auf wundersame Weise wegweisend – da ich ja meinem Leben gerade eine völlig andere Richtung gab.

So war META geboren. Und ist mittlerweile groß, ziemlich erwachsen und längst volljährig…

(Als ich Jahre später die Postproduktionsfirma Creta editing gründete, fand ich den Namen auf dieselbe Weise: Im „Circus maximus“ markierte „Creta“, lateinisch für Kreide, den Zielstrich…)

1992 musste ich META beim Handelsregister Charlottenburg anmelden. Das Amtsgericht ließ sich Zeit – und teilte mir dann zu meinem Entsetzen mit, dass es in Charlottenburg schon eine ganz neue Firma namens meta gebe, die irgendwie auch fürs Fernsehen tätig sei. Ich sollte mit denen reden, ob die mich und meine meta-Namenspläne dulden würden. Ich ließ mich also bei der anderen Meta mit der Geschäftsführung verbinden. Es meldete sich eine Frau – mit Namen Ulli Mayer (heute Ulli Mayer-Johanssen)! Wir waren beide so verdattert und vom Charme der Duplizität dermaßen gerührt, dass sie mir erlaubte, mit META weiterzumachen: Wir würden uns schon nicht ins Gehege kommen. Und so kam‘s: Sie macht MetaDesign – etwa die berühmte 1 für die ARD – und wir machen unser Ding.


 

Ulrich Meyer